Johannes 13, 4-5
.... da stand er vom Mahl auf, legte sein Obergewand ab und nahm einen Schurz und umgürtete sich. Danach goss er Wasser in ein Becken, fing an, den Jüngern die Füße zu waschen, und trocknete sie mit dem Schurz, mit der er umgürtet war.
S. Schröder Diakoniestation Freudenstadt
Auszug aus der Predigt über Joh. 13 1-15 in der Stadtkirche in Tübingen
am Gründonnerstag 2004 von Dr. Johannes Hoff. Diese Predigt hat uns tief
beeindruckt und den Predigtpreis 2004 erhalten.
"Ein Messias, der seinen Jüngern die Füße wäscht: das ist, wie wenn die Menschheit einen kurzen Augenblick auf dem Kopf gehen würde. ....."
Wolfgang Eberhardt Wittlensweiler
Die sog. "Fußwaschung" ist für mich eine tolle Geschichte. Jesus als der Meister, heute würde man sagen als der "Oberste" oder "Chef" der Jünger verrichtet an seinen "Untergebenen" oder "Lehrlingen" eine der niedersten Arbeiten der damaligen Zeit. Jesus ist sich nicht zu schade, sich in die untersten Regionen zu begeben und seinen Dienst zu verrichten. Sicher ist dies auch ein Liebesbeweis, aber im Grunde möchte er damit sagen, dass, wenn er sich soweit runter begibt, es ihm alle, die ihm nachfolgen gleich tun müssen. Er geht also mit gutem Beispiel voran. Ja er übernimmt auch hierbei Vorbildfunktion für seine Jünger und für uns.
Solche Vorbilder fehlen uns heute. Jeder ist nur um seine Macht bestrebt und den Machterhalt wie uns jüngste Beispiele zeigen. Niemand interessiert es im Grunde was die unteren fühlen und wollen, da sich keinder der Oberen in diesen Kreisen bewegt.
Sicher, heute muss niemand mehr dem anderen die Füße zu waschen, aber wie wäre es wenn sich die Oberen einmal um die Bedürfnisse der kleinen Leute bemühren würden. Wenn sie, wie man so schön sagt, Augen und Ohren hätten um zu sehen und zu verstehen und sich nicht in Ausflüche zu verkriechen.
Wir brauchen
aber gar nicht in de Höhen der großen Politik steigen, auch im Kleinen
liegt viel im Argen, sei es im Betrieb, in der Kirche, in öffentlichen
Einrichtungen und auch bei uns hier in Wittlensweiler, wir leben nicht in einer
Ideal Welt wie wir es uns wünschen. Und wir haben auch hier bei uns, nach
meiner Auffassung keine Vorbilder und Ideale mehr, für die es sich lohnt,
einzutreten und nachzueifern.